3. Etappe
Hochwasserschutz Seez
Die Planergemeinschaft «HWS Seez Mitte» hat im Frühling 2022 den Auftrag zur Projekterarbeitung der 3. Etappe erhalten. Hauptbeteiligte der Gemeinschaft sind die Niederer + Pozzi Umwelt AG aus Uznach, die Herzog Ingenieure AG aus Davos sowie das Büro für ökologische Optimierung in Tuggen. Als Subplaner gehören die wlw Bauingenieure AG aus Mels, die Brobag AG aus Mols und die Agrofutura AG aus Brugg der Gemeinschaft an. Die beteiligten Fachleute aus den verschiedenen Spezialgebieten erarbeiten das Projekt mit einer ganzheitlichen Optik.
Miteinbezug der Betroffenen und der Bevölkerung
Als erstes führte das Planerteam eine Begehung des betreffenden Flussabschnittes durch. Zu dieser waren die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie die Pächterinnen und Pächter eingeladen. Bei der Flur- respektive Bachbegehung konnte auf besondere Herausforderungen und Bedürfnisse hingewiesen werden. Zudem wurden Chancen und Wünsche aufgezeigt.
Die gewonnenen Erkenntnisse der Begehungen und Gespräche dienten den Fachleuten als Grundlage für die Erarbeitung des neuen Entwurfs. Das stark optimierte Seez-Projekt wurde im August 2025 den betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie den Pächterinnen und Pächtern auf zwei weiteren Feldbegehungen vorgestellt. Die erneuten Rückmeldungen werden geprüft. Parallel dazu finden Einzelgespräche mit stark betroffenen Personen statt.
Mitwirkung abgeschlossen
Die Bevölkerung und Interessierte waren vom 4. März 2026 bis 10. April 2026 eingeladen beim überarbeiteten Hochwasserschutzprojekt Seez (3. Etappe) mitzuwirken. Die Mitwirkung ist inzwischen abgeschlossen.
Mitwirkungsbericht publiziert
Die öffentliche Mitwirkung zum Projekt «Hochwasserschutz Seez 3. Etappe» ist abgeschlossen. Insgesamt gingen 21 Eingaben mit 36 Anträgen ein. In diesen Tagen werden die Mitwirkenden mit den Antworten des Projektteams bedient.
Die Arbeiten am Hochwasserschutz entlang der Seez reichen bis in die 1990er Jahre zurück. Auslöser war insbesondere das Hochwasserereignis von 1987, das die Schwachstellen und die zu geringe Abflusskapazität der Seez deutlich aufzeigte. Nach dem generellen Projekt von 1996 wurden in mehreren Etappen umfangreiche Schutzmassnahmen umgesetzt. Die 3. Etappe bildet nun den noch fehlenden Abschnitt zwischen der Brücke Valeiris und dem Geschiebeablagerungsplatz Valaschga, um ein statistisch betrachtet alle hundert Jahre stattfindendes Hochwasserereignis schadlos ableiten zu können. Nach der Sistierung des damaligen Projekts im Jahr 2019 wurde das Vorhaben grundlegend überarbeitet und der Projektperimeter erweitert. Seit 2021 liefen erneut intensive Planungsarbeiten mit Informationsveranstaltungen, Begehungen und zahlreichen Gesprächen mit direkt betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern, Pächterinnen und Pächtern sowie Interessensvertreterinnen und -vertretern.
Breites Spektrum an Rückmeldungen
Am öffentlichen Mitwirkungsverfahren vom 4. März bis 10. April 2026 beteiligten sich 21 Parteien. Darunter Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen. Insgesamt wurden 36 Anträge eingereicht. Im Zentrum der Mitwirkung standen Fragen zum Hochwasserschutz, zur Landwirtschaft, zur Ökologie sowie zu Strassen und Erholungswegen. Mehrere Eingaben thematisierten zudem die Auswirkungen auf das Kulturland, die Linienführung des neuen Gerinnes, die Wegverbindungen entlang der Seez sowie die künftige Kostenaufteilung zwischen Kanton und Gemeinden. Die Projektverantwortlichen halten fest, dass die Mitwirkung wertvolle Hinweise für die weitere Bearbeitung geliefert habe. «Wir sind dankbar, dass sich die Bevölkerung intensiv mit dem Hochwasserschutzprojekt auseinandersetzt, dieses teils kritisch betrachtet und so zur optimalen Weiterentwicklung beiträgt», wird Andreas Düring, Projektleiter beim Kanton St.Gallen, zitiert. Einzelne Themen werden nun vertieft überprüft. Dazu gehören unter anderem Fragen der landwirtschaftlichen Ersatzflächen, die konkrete Wegführung für den Langsamverkehr, ökologische Ausgleichsmassnahmen sowie verschiedene technische Detailabklärungen im Bereich Wasserbau und Infrastruktur. Wie die Einzelgespräche, die Begehungen und die Informationsanlässe der vergangenen Monate zeigten, stösst das heutige Hochwasserschutzkonzept generell auf breite Akzeptanz. Die Hauptherausforderung wird darin liegen, bei teilweise gegensätzlichen Interessen für alle Beteiligten vertretbare Lösungen zu finden.
Grundlage für nächste Projektphase
Der nun vorliegende Mitwirkungsbericht dokumentiert sämtliche Eingaben sowie erste Beurteilungen und Antworten. Die noch offenen Punkte werden in den kommenden Monaten fachlich und politisch geprüft und fliessen soweit möglich in die weitere Projektierung ein. Parallel dazu wird das Vorprojekt derzeit durch Bund und Kanton geprüft. Anschliessend sollen die Grundlagen für das Auflageprojekt und das spätere Bewilligungsverfahren erarbeitet werden. Ziel bleibt es, einen wirksamen Hochwasserschutz für das Seeztal zu schaffen und gleichzeitig Anliegen von Bevölkerung, Landwirtschaft, Natur und Erholung möglichst ausgewogen zu berücksichtigen. Aktuell wird mit Investitionskosten für das Projekt von rund 47 Millionen Franken gerechnet. 29 Millionen davon werden für den Wasserbau aufgewendet, 9,5 Millionen für neue Strassen und Brücken, fünf Millionen für die Planung, weitere 2,2 Millionen Franken für den Landerwerb und weitere 1,3 Millionen Franken entfallen auf Werkleitungen.
Der vollständige Mitwirkungsbericht ist hier abrufbar.